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High life in Madrid

Hi Leute,

leider konnte ich mein Versprechen nicht einhalten. 3 Wochen sind seit meinem letzten Eintrag vergangen, aber in denen ist auch so viel passiert, dass ich einfach keine Zeit gefunden habe einen Eintrag zu verfassen ;-)

Fange ich also da an, wo ich beim letzten mal aufgehört habe. Ich bin also vom EVS-Seminar aus Rascafria zurückgekehrt und hab erstmal am Wochenende entspannt. 

Die folgende Woche habe ich mit Ausnahme von Freitag komplett in der Europäischen Universität von Madrid verbracht. Dort fand eine Projektwoche mit dem Thema "Sport und Solidarität" statt. Red Deporte y Cooperación, meine Organisation, hatte dorte einen Info-Stand aufgebaut, an dem meine Mitarbeiterin Nelly und ich dann den ganzen Tag standen und die Studenten informiert haben. Nebenbei lief noch eine Sammelaktion von Sportsachen, die dann von uns nach Afrika verschickt wurden, eine Ausstellung von Afrikanischen Kunstwerken mit dem Thema Fußball bzw. WM 2010 und eine Aktion mit dem Name "Weg nach Afrika". Dafür haben wir 2 Rudergeräte aufgebaut (eigentlich waren Fahrräder geplant, aber so ist das halt in Spanien) und die Studenten animiert einen kleinen Teil der 8000km zu rudern (1 echter km entsprach 50km auf dem Weg nach Südafrika) und damit etwas gutes zu tun. Eigentlich hatte diese Aktion auch einen finanziellen Hintergrund. Wir wollten über Spender und die Universität für jeden km 25 Cent einsammeln und damit ein Projekt in Afrika finanzieren, doch einen Tag vor Beginn der Projektwoche hat die Uni einen Rückzieher gemacht und so fiel die Finanzierung ins Wasser und die ganze Aktion hatte "nurnoch" symbolischen Wert.

Diese Woche war echt hart, weil zu den ohnehin schon langen Arbeitszeiten morgens und abends auch noch 1 1/4 Stunden Busfahrt hinzukamen.

Am Wochenende hatte ich dann 2 Spiele. Freitag mit der 2. Mannschaft gegen Complutense. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch null Punkte und dann auch noch den Tabellenführer zu Gast, gegen den wir während der Vorbereitung bei einem Testspiel 11:0 verloren hatten. Wir haben uns nichts draus gemacht, schließlich standen wir auch mit dem Rücken zur Wand. Nach unserem bisher besten Saisonspiel stand es dann am Ende 1:1, in Spanien wegen der 2-Punkte-Regelung ein halber Sieg. Am Sonntag haben wir dann mit der 1. Mannschaft gegen Jolaseta gespielt. Die sind Tabellenletzter und wir mussten unbedingt gewinnen um uns einen gemütlichen Vorsprung auf den 4. in unserer Gruppe herauszuspielen. In der Woche zuvor haben wir ein grandioses 1:1 gegen den "großen Bruder" Club de Campo erreicht, bei dem ich mit Freddy und Martin live dabei war. Hier gerade eine Ecke für Club de Campo, die der vorjahres Torschützenkönig Schickendanz natürlich auf verwandelt hat.

Am Ende stand es Pozuelo 3 : Jolaseta 0 nach einem relativ schlechten Spiel. O-Ton Tobi Franzke: "Normalerweise musse solche Teams zweistellig abschießen, aber ich sag da jetzt mal nix zu...!" So sah ich das auch. Leider hab ich bei meinem Debut nur schlappe 5 Minuten gespielt, aber hinterher meinten alle zu mir: "Paso a paso" "Schritt für Schritt".

Nach dem Spiel saßen wir dann wieder alle zusammen im Clubzelt und haben gegessen und Bierchen getrunken. "Alle" waren an dem Tag die Spieler, Trainer und Fans PLUS Martin Marquart, Max Koitka und Falk Henschel, drei Raffelberger Freunde vom Fanzke. Die drei waren schon zusammen mit Tobi und mir im Auto um 11 Uhr zum Treffpunkt gekommen und haben auch sofort angefangen Bier zu trinken. Während des Spiels konnte man dann bei Tobi´s und meinen Ballkontakten immer ein lautes Gröhlen hören. Nach dem Spiel im Partyzelt wurde dann den Spaniern alte Raffelberger Sitten beigebracht: "Ni Rosta!"

Vom Club ging es dann im Auto zu Tobi nach Hause, wo die 3 ihre Tasche packen mussten und von allen dringend feste Nahrung aufgenommen werden musste. Um 10 ging es dann volley zu mir nach Hause, wo munter weiter gefeiert wurde. Leider zu laut, war ja schließlich Sonntag. Außerdem wurde die Küche ein wenig verwüstet und Martin fand es angemessen sich nachts um 12 meinen Mitbewohnern vorzustellen. Die schliefen alledings (teilweise, die die schlafen konnten) schon und so ist die Wurst halt ohne klopfen in die Zimmer gegangen. Das gab dann am Montag ein bischen ärger für mich... Der Abend ging dann also in diversen Bars in La Latina zu Ende.

Es war dann am Montag morgen ein Wunder, dass mich mein Wecker aus dem Schlaf reißen konnte und dennoch konnte ich es nicht verhindern zu spät zu kommen. Wir hatten nämlich eine Projektwoche in Alcobendas in einer Grundschule und nach Alcobendas fährt man 40 Minuten mit dem Zug. Das hatte mein Wecker wohl nicht berücksichtigt. 

Die Woche in der Grundschule war echt super. Von Montag bis Donnerstag haben wir jeweils 5 Klassen eine Stunde zum Thema Afrika unterrichtet. Die Altersgruppen waren von Kindergarten bis 6. Klasse, also von allem etwas.

Am Wochenende war dann "Canarias" angesagt. Beeindruckend war, dass auf einmal deutlich mehr Leute beim Training waren, Spieler die ich noch nie gesehen habe. Alle wollten noch irgendwie in den Kader kommen. Hat aber keiner von denen geschafft. Ich hab allerdings geschafft meinen Chef zu überreden mit nach Gran Canaria zu fliegen. Eigentlich hätte ich am Wochenende an beiden Tagen arbeiten müssen, weil wir bereits seit Wochen ein großes Basketballturnier geplant hatten. Aber zum Glück wurde Ersatz für mich gefunden.

Nachdem ich mir letzte Woche Mittwoch bei einem Abendessen bei meinem Hockeykolegen Martin komplett den Magen verstimmt habe und 3 Tage lang das Gefühl hatte mich jeden Moment zu übergeben, war ich am Samstag überhaupt garnicht fit. 

Am Flughafen...


Samstag haben wir mit der 2. Mannschaft gegen den Tabellenletzten gespielt. Man hat gemerkt, dass die dort zurecht stehen. Allerding hatte ich mir den Spielverlauf etwas anders vorgestellt. Nachdem wir nach 10 Minuten einen völlig unberechtigten 7m zugesprochen bekommen haben trat ich also als Schütze an. Naja, abgerutscht und verschossen... sehr bitter. Danach wurden dann die Gegner auf einmal stärker und die Partie kippte fast. Nach dem verschossenen 7m hab ich mir sowasvon in den Arsch gebissen und bin nurnoch gerannt gerannt gerannt... in der 2. Halbzeit waren wir dann besser und ich hab mit 2 Torvorlagen alles wieder gut gemacht. 2:1 für Pozuelo, aber gedrückte Stimmung.

Abends gabs dann ein Eisbad, hat sich gut angefühlt aber mir nichts gebracht. Ich hab mir nämich Sonntag morgen so wie direkt nach dem Spiel am Samstag gefühlt. Um 10 Uhr war unser Spiel gegen Taburiente, zweitbestes Team der Liga. Ich konnte leider nicht richtig lange schlafen, weil in der Nacht zuvor erst das Ligaspiel Athletico Madrid : Real Madrid geguckt wurde (nicht wie wir in Deutschland Fußball gucken... sondern mit Emotionen wie im Stadion) und danach eine Art Aufnahmeritual veranstaltet wurde. Alle die, die zum ersten mal bei der Fahrt nach Las Palmas dabei waren, musste teilnehmen, doch einer hat sich gedrückt, also waren wir vier. 

Als erstes musste wir uns bis auf die Boxershorts ausziehen und dann wurden wir mit Frischhaltefolie und Klebeband an den Beinen gefesselt. Die erste Aufgabe war ein Rennen durch den Gang, bei dem alles erlaubt war. Ich hab meinen Gegener gleich beim Start umgeschubst und hatte dadurch einen kleinen Vorsprung... allerdings hab ich nicht damit gerechnet, dass mir mein Gegner mich kurz vor dem Ziel mit einem Hechtsprung die Beine wegreißt und übermich drüber ins Zeil krabbelt. Ich verlor also das Rennen, womit ich im Endeffekt ganz zufrieden war, weil die Gewinner Katzenfutter essen mussten. Die Verlierer wurden mit gefesselten Beinen und Händen in den Aufzug gestellt und musste versuchen sich zu befreien. Natürlich war das Gelächter groß, als ich unten in der Lobby ankam und dort eine Gruppe von Judo-Kämpferinnen auf den Aufzug wartete.

Am Sonntag dann also gegen Taburiente.

Am Anfang hatte ich den coolsten Gegenspieler ever, der sich als Spielmacher einfach kein bischen bewegt hat. Wir sind auch früh in Führung gegangen, haben dann den Ausgleich bekommen und haben wieder mit 2:1 geführt. Der 2:2 Ausgleich fiel dann leider in der letzten Minute bei einer Strafecke, die keine war. Und ein Torwartfehler kam auch noch dazu, denn den Schlenzer in die Mitte des Tores hätte man halten müssen. Naja, dennoch ein gutes Ergebnis für uns.

Nach dem Spiel hab ich mich dann direkt bei der 1. Mannschaft warm gemacht, die im Anschluss an unser Spiel ihr Match gegen Tabu hatte. Das ging dann 2:2 aus. Nach dem Spiel gab es dann noch einige heftige Auseinandersetzungen, aber keiner wurde handgreiflich. Und "zum Glück" hat mich der Trainer nicht eingewechselt... das wäre nämlich zu einer Katastrophe geworden, denn ich konnte, nachdem ich zuvor beim Spiel ein sattes Eisbein kassiert hatte, einfach nicht mehr rennen.

Insgesamt ein sehr erfolgreiches Wochenende, was wieder einmal in La Latina ausgeklungen ist.

Hier der Hockeyplatz, die Teams nach dem Duschen und im Hintergrund das Fußballstadion von Las Palmas, in dem am Samstag zeitgleich zu unserem Spiel auch eine zweitliga Partie ausgetragen wurde.

Im Flugzeug, gute Sicht auf den höchsten Berg Gran Canarias/Spaniens...

 

So das soll jetzt aber reichen.... Hier noch ein paar Bilder, die ich nicht in meine Geschichten einbauen konnte.

Abends beim EVS-Seminar in Rascafria:

Das Wappen Madrids:

Palacio Real mit Tribünen auf der linken Seite (dort wurde live die Auslosung für Olympia 2016 übertragen)

ich:

So gleich kommt der Giesen hier in Madrid an. 22.20 landet der. Dann hab ich 10 Tage nur noch die Hälfte von den 6 Quadratmetern für mich... aber wenigstens muss ich nicht 9 Nächte auf ner Isomatte pennen :-D

Also bis später dann,

euer Joe

 

 

13.11.09 17:56

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